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Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft

Günther Vedder, Nadine Pieck, Brit Schlichting, Andrea Schubert, Florian Krause (Hrsg.)

Befristete Beziehungen
Menschengerechte Gestaltung von Arbeit in Zeiten der Unverbindlichkeit


Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft,
hrsg. von Axel Haunschild, Günther Vedder, Band 4
Rainer Hampp Verlag, München u. Mering 2014, 256 S.,
ISBN 978-3-95710-007-8 (print), € 27.80
ISBN 978-3-95710-107-5 (e-book pdf), € 24.99

Dieser Band dokumentiert die Beiträge der Tagung „Befristete Beziehungen – menschengerechte Gestaltungvon Arbeit in Zeiten der Unverbindlichkeit“, die Ende September 2013 vom Institut für interdisziplinäre Arbeitswissenschaft an der Leibniz Universität Hannover organisiert wurde. Er beschäftigt sich zunächst mit den Grundlagen und Rahmenbedingungen der menschengerechten Arbeit sowie den Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen auf das Individuum. Hier geht es unter anderem um psychische Belastungen, die mit Befristungen, Arbeitsverdichtung und Entgrenzung verbunden sind. Beiträge zu Neid am Arbeitsplatz, Suchtgefahr durch Erwerbsarbeit und Erschöpfung als soziale Erfahrung runden diesen diagnostischen Teil ab. Anschließend werden unterschiedliche Handlungsmöglichkeiten und Gestaltungsansätze in den Organisationen beleuchtet. Im Fokus stehen zum Beispiel die Möglichkeiten zur Arbeitsgestaltung von Projektarbeit, die Reziprozität im Arbeitsalltag, das Gesundheitsmanagement zwischen Gestaltung und Entkoppelung sowie Legitimitätsfassaden und Steuerungsmythen. Ausführungen zu den Machtverschiebungen in den deutschen Arbeitsbeziehungen beschließen diesen Tagungsband. Für die Arbeitsforschung ergibt sich aus den Beiträgen die Herausforderung, die individuelle Ebene der Selbststeuerung, die organisationale Ebene der Arbeitsorganisation und Arbeitsgestaltung sowie die ökonomischen, politischen und sozialen Entwicklungen auf gesellschaftlicher Ebene in ihren Analysen miteinander zu verzahnen.

Inhalt


Teil A: Grundlagen und Rahmenbedingungen der menschengerechten Arbeit

Gertraude Krell
Von menschengerechter Arbeit und arbeitsgerechten Menschen - Perspektiven kritischer Arbeitsforschung

Steffen Lehndorff
Menschengerechte Arbeit als gesellschaftspolitische Herausforderung

Teil B: Auswirkungen der aktuellen Entwicklungen auf das Individuum

Brigitte Aulenbacher
Modern Times - Über Rationalisierungen, Arbeitsteilungen und Geschlechterarrangements

Rolf Haubl
Neid am Arbeitsplatz

Christine Morgenroth
Der gedopte Mensch? Suchtgefahr durch Erwerbsarbeit 

Stefanie Graefe
Erschöpfte Subjekte, verschwundene Konflikte? Eine Fallskizze

Teil C: Handlungsorientierung und Gestaltungsansätze

Edelgard Kutzner, Klaus Kock
„Das ist ein Geben und Nehmen“ - Reziprozität im Arbeitsalltag.
Ein handlungsorientierter Forschungsansatz

Wolfgang Menz
Brüchige Legitimationen? Krisenerfahrungen als betriebliche und politische
Legitimationsprobleme

Erich Latniak
Arbeitsgestaltung bei Projektarbeit - widersprüchliche Anforderungen, Belastungen und Ressourcen

Karina Becker
Zum neuen Verhältnis von Arbeit und Gesundheit

Nadine Pieck
Steuerungsversuche: Gesundheitsmanagement zwischen Gestaltung und Entkopplung

Änne Hildebrandt, Irena Medjedovic und Heike Winkler
Der Genderaspekt im Arbeits- und Gesundheitsschutz - geschlechtsspezifische
Präventionsarbeit in einem typischen Frauenberuf 

Christine Schwarz
Legitimationsfassaden und Steuerungsmythen: Arbeitsgestaltung unter
fiktionalen Bedingungen


Teil D: Schlussfolgerungen für die Gestaltung der Arbeitsbeziehungen

Werner Nienhüser
Arbeit - Macht - Politik: Machtverschiebungen in den Arbeitsbeziehungen, deren Folgen und was man tun kann


Nadine Pieck
Gender Mainstreaming in der betrieblichen Gesundheitsförderung 
Zur Bedeutung eines beteiligungsorientierten Vorgehensmodells

Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft,
hrsg. von Axel Haunschild, Günther Vedder, Band 1
ISBN 978-3-86618-847-1 (print), ISBN 978-3-86618-947-8 (e-book pdf),
Rainer Hampp Verlag, München u. Mering 2013, 229 S., € 24.80
Die vorliegende Studie will einen Beitrag dazu leisten, den Umsetzungsgrad von Gender Mainstreaming in der betrieblichen Gesundheitsförderung zu erhöhen. Dies erfordert die Verknüpfung der einschlägigen Erkenntnisse aus den Forschungsfeldern Arbeit, Gesundheit und Geschlecht. Auf dieser Grundlage wird ein beteiligungsorientiertes Vorgehensmodell
für eine geschlechtergerechte und gesundheitsförderliche Organisationsentwicklung skizziert, welches die Konstellationen von Belastungen und Ressourcen in Beruf und Familie berücksichtigt und die Dilemmata der Frauenförderung (Knapp) konzeptionell und methodisch reflektiert. So sollen strukturell erzeugte Differenzen in den Blick genommen, Stereotypisierungen vermieden und Chancengleichheit und Gleichwertigkeit angestrebt werden. Anhand von drei Fallstudien wird dargestellt, welche Aspekte in der betrieblichen Praxis für die Umsetzung von Gender Mainstreaming in der betrieblichen Gesundheitsförderung relevant sind.


Stephan Laske, Manfred Schweres (Hrsg.)
Arbeitsorientierung in den Wirtschaftswissenschaften. Vielfalt als Krisenindikator oder als Potenzial?

Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft,
hrsg. von Axel Haunschild, Günther Vedder, Band 2
ISBN 978-3-86618-880-8 (print), ISBN 978-3-86618-980-5 (e-book pdf),
Rainer Hampp Verlag, München u. Mering 2014, 200 S., € 24.80
Die deutschsprachige Arbeitsforschung hat zwischen 1970 und 1990 eine beachtliche Blüte erlebt: Gestützt durch gezielte Forschungsprogramme der damaligen Bundesregierungen einerseits und gesellschaftspolitische Öffnungen andererseits schienen „Humanisierung der Arbeit“ und „Arbeitsorientierung“ in der Arbeitswissenschaft und ihren arbeitsbezogenen
Nachbarwissenschaften salonfähig geworden zu sein. Die in diesem Band versammelten Beiträge setzen sich kritisch mit der damaligen Verbreitung von Arbeitsorientierung in den Wirtschaftswissenschaften auseinander. Die Herausgeber wollen sich aber nicht auf eine historisierende Rückschau beschränken. Es gibt aktuell genügend Anlässe für die Frage, ob sich die Wissenschaft nicht erneut und vermehrt mit krisenhaften Erscheinungen am Arbeitsmarkt, in Arbeits- und Produktionsprozessen auseinandersetzen sollte: Eine Besorgnis erregende Jugendarbeitslosigkeit, prekäre Arbeitsverhältnisse, Menschen, die trotz eines Arbeitsverhältnisses der Armutsfalle kaum entrinnen („working poor“), zunehmende Leistungsverdichtung mit der Folge eines Burnout oder Verstöße gegen Gleichbehandlungspostulate seien hier exemplarisch genannt. Bedarf es also einer „Revitalisierung der Arbeitsorientierung“ beziehungsweise der Humanisierung der Arbeit? Vielleicht steht hierfür ja derzeit ein „window of opportunity“ offen. Im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD heißt es nämlich: „In enger Abstimmung mit den Sozialpartnern wollen wir die Arbeits-, Produktions- und Dienstleistungsforschung stärken und hierzu ein neues Förderungsprogramm auflegen. Dies trägt zur Sicherung einer hohen Beschäftigungsquote und zur Humanisierung der Arbeitswelt bei.“ Sollte die Arbeitsforschung vor einer neuen Blüte stehen …?!


Maren Spatz
Work-Life-Balance.
Junge Führungskräfte als Grenzgänger zwischen verschiedenen Lebensbereichen

Schriftenreihe zur interdisziplinären Arbeitswissenschaft,
hrsg. von Axel Haunschild, Günther Vedder, Band 3
ISBN 978-3-86618-884-6 (print), ISBN 978-3-86618-984-3 (e-book pdf),
Rainer Hampp Verlag, München u. Mering 2014, 214 S., € 24.80
Die vorliegende Studie untersucht die von jungen Führungskräften subjektiv wahrgenommene Vereinbarkeit von Erwerbsarbeit (Arbeit) und individuellem, privatem und sozialem Lebensbereich (Leben). Sie analysiert Einflussfaktoren und Wirkungszusammenhänge zwischen den Lebensbereichen und identifiziert Ursachen für wahrgenommenen Unvereinbarkeiten der Lebensbereiche sowie mögliche Bewältigungsmaßnahmen und -strategien. Dies erfordert, die in der WLB-Literatur existierenden impliziten Annahmen offenzulegen und so zu begrifflichen Klärungen beizutragen. Ausgehend von einer Verknüpfung bisheriger Work-Life-Balance- und Work-Life-Boundary-Forschung wird ein akteursorientiertes WLB-Modell entwickelt, das stärker als bisherige Modelle eine handlungsorientierte Perspektive integriert, Grenzziehungen und den Umgang mit Grenzen zwischen den Lebensbereichen berücksichtigt und weitere wichtige Akteure im Vereinbarkeitsprozess (Vorgesetzte und Lebenspartner) mit einbezieht.
Mit diesem akteursorientierten WLB-Modell als Analyserahmen wird die Work-Life-Balance junger Führungskräfte unter Einbeziehung der Grenzwächterperspektiven in intensiven Fallstudien untersucht und es werden berufliche, private und gesellschaftspolitische „WLBarrieren“ und „WLBrücken“, die eine Vereinbarkeit der Lebensbereiche erschweren
bzw. erleichtern, identifiziert. Einen weiteren empirischen Beitrag liefert die Identifikation von drei Führungskräftetypen, die sich durch jeweils spezifische Konfigurationen aus Grenzeigenschaften, Grenzgestaltung, Rollen der Grenzwächter und Wahrnehmung der eigenen Verantwortungs- und Vorbildfunktion für die Work-Life-Balance der MitarbeiterInnen unterscheiden.